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Viel Lärm um nichts: Ein PC muss nicht laut sein
~ Eine Anleitung zum Bau eines ruhigen Computers ~


Warum kann der Arbeitsplatz so ermüdend sein?
Ein Problem ist häufig die Lautstärke am Arbeitsplatz. Sie erzeugt beim Angestellten Stress, auch wenn es ihm nicht bewusst ist. Lärm im Büro fängt unter Umständen schon beim Rechner an. Lüfter, das Netzteil und andere Komponenten rufen Rotations- und Vibrationsgeräusche hervor. Im Folgenden werden zehn Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Nutzer seinen PC auf einfache Art und Weise ruhig stellen kann.

1. Computer benötigen ausreichend Kühlung, um korrekt zu arbeiten. Dafür brauchen sie Lüfter – CPU-Lüfter, Gehäuselüfter, Festplattenlüfter und vielleicht sogar Grafikkartenlüfter. In Komplett-PCs sind bereits Lüfter integriert, die aber leider relativ laut sein können. Mit etwas Geld und ein paar Handgriffen wird der Computer zu einer ruhigen Maschine.

Anfangen kann der Nutzer bei der CPU. Die CPU würde ohne eine adäquate Kühlung schmelzen – daher enthält sie Kühlrippen aus Metall sowie einen Lüfter. Da dieser Lüfter häufig sehr klein ist, zumeist 60 oder 70 Millimeter groß, muss er sehr schnell laufen, um ausreichend Luftfluss zu generieren. Auch wenn die CPU nur gering beansprucht wird, läuft er bei gleicher Geschwindigkeit. Dieses Problem können Sie beheben, indem Sie Ihren CPU-Lüfter durch ein größeres Modell wie einen 80, 92 oder – wenn der Computer ausreichend Platz bietet – einen 120mm-Lüfter ersetzen. Um den größeren Lüfter zu nutzen, müssen Sie sich zusätzlich einen Adapter für die bestehenden Kühlrippen besorgen oder eine neue Kühlvorrichtung anschaffen, die Platz für einen größeren Ventilator bietet. Das Ergebnis ist ein langsamerer und stillerer Lüfter, der immer noch für ausreichend Abkühlung sorgt. Im Idealfall sollte der neue Lüfter eine variable Geschwindigkeitskontrolle enthalten, die ihn je nach Temperaturanstieg und -Abfall schneller oder langsamer drehen lässt.

2. Insbesondere Spieleentwickler bringen heute Games mit detaillierten und erstaunlich real anmutenden Grafiken auf den Markt, die ihre volle Bildqualität erst durch hochleistungsfähige Grafikkarten entfalten. Leider laufen Grafikkartenchips schnell heiß und enthalten daher einen Lüfter. Ein Grafikkartenlüfter ist aber nicht unbedingt notwendig. Je nach Ihrer Systemkonfiguration können Sie diesen Lüfter mit einem Ersatzteil-Kühler ausstatten, der geräuschlos ist. Dabei müssen Sie aber beachten, dass Sie dennoch eine entsprechende Luftzirkulation im Gehäuse benötigen. Alternativ können Sie einen externen Lüfter direkt auf die Grafikkarte richten. Wenn Ihr Case für diesen Zweck keinen speziellen Luftkanal mit optionalem Lüfter hat, können Sie vorgefertigte Accessoires nutzen, die sich in der PCI-Schiene befestigen lassen, wie der Grafikkartenlüfter „VCool” von Antec.

3. Auch das Netzteil bringt häufig einen hohen Geräuschpegel mit sich. Es ist allerdings nicht empfehlenswert, das Netzteilgehäuse aufzuschrauben und den Lüfter auszuwechseln, da das Gerät dabei beschädigt werden kann. Wenn es besonders laut ist, ist es ratsam, es mit einem neueren Stromversorger auszutauschen. Aktuelle Netzteile sind effizienter als ältere Modelle, was auch heißt, dass sie leiser sind: Sie verwandeln weniger Elektrizität in Hitze und müssen dadurch nicht so stark gekühlt werden. Ein ideales Netzteil enthält Lüfter mit Kugellager, ein System, das auf steigende oder sinkende Temperaturen reagiert und einen dedizierten “Fan Only”-Stromstecker für die Gehäuselüfter. Diese Features sorgen auch dafür, dass Ihre Gehäuse- und Netzteillüfter langsamer laufen, sobald die Systemtemperatur fällt. Wer Geld sparen möchte, kann beim Kauf eines neuen Netzteils auf einige dieser Features verzichten, sollte aber darauf achten, dass das Netzteil eine hohe Qualität hat.

4. Häufig sind in Komplett-Systemen mehrere kleinere Gehäuselüfter installiert. Ersetzen Sie zwei kleine Lüfter durch einen größeren, langsam rotierenden Lüfter, der sich der Casetemperatur anpasst – und wieder reduziert sich die Lautstärke deutlich.

5. Auch die Festplatte kann ein Auslöser für störende Geräusche sein. Während ältere Festplatten Geschwindigkeiten von 5.000 oder 7.500 Umdrehungen pro Minute haben, drehen sich neue Modelle 15.000 mal – und verursachen einen besonders hohen Lärmpegel. Eine Möglichkeit wäre, eine neue, ruhigere Festplatte zu kaufen.

6. Wer weniger Geld investieren möchte, kann Silikondichtungsscheiben an den Festplattenschächten, Lüftern und am Netzteil befestigen, die Vibrationen abdämpfen und damit sämtlichen Rotationsgeräuschen den Garaus machen.

7. Wenn Sie schon dabei sind, können Sie auch gleich jegliche flache Kabel durch runde Kabel austauschen. Flache Kabel schauen nicht nur unschön aus, sie schränken auch den Luftfluss des Systems ein. Runde Kabel fördern hingegen einen freieren Luftfluss und lassen mit ihrem guten Aussehen Modder-Herzen höher schlagen.

8. Ein Tipp für die externe Schalldämpfung: Eine Schaumstoffunterlage unter dem Computer saugt die Vibrationen auf, die vom Computercase auf den Schreibtisch übertragen werden.

9. Ein weiterer Trick für PC-Liebhaber ist es, Dämmmatten in das Gehäuse zu installieren. Dabei sollten Sie beachten, dass damit keine Lüfter überdeckt werden. Die Matte wird die übrigen PC-Geräusche auffangen. Dadurch steigen allerdings die Temperaturen im Case an. Prüfen Sie in der Temperaturüberwachung Ihres PCs nach, ob die Wärme für einen “gesunden” Computer noch angemessen ist.

10. Wer der Meinung ist, dass all diese Schritte zu viel Zeit rauben, kann auf ein ruhiges PC-Gehäuse zurückgreifen. Beim Kauf sollten Sie Wert darauf legen, dass das Gehäuse besonders auf einen ruhigen Systembetrieb ausgerichtet ist. Installieren Sie Ihre bestehenden Komponenten in das neue Gehäuse – und Sie werden einen großen Unterschied bemerken.

Wer diesen Tipps gefolgt ist und immer noch keine Erholung am Arbeitsplatz findet, für den gibt es nur eine Möglichkeit: Den Computer auszuschalten.

 

 
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